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40 zeichner
SEIT DEM 2.9.16
40 zeichner
SEIT DEM 2.9.16

Hinter den unterzeichnenden Verbänden, Vereinen und Initiativen des Offenen Briefes stehen mehr als 160.000 Mitglieder und Unterstützer.

Offener Brief

an die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
liebe Frau Reker,

Der Grünanteil Kölns ist laut einer Satellitenbild-Auswertung der Berliner Morgenpost verglichen mit anderen deutschen Städten eher gering. Hier schafft es unsere Stadt nur auf Platz 65 von 79 untersuchten Großstädten. Dieses für viele erstaunliche Ergebnis lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der beiden Kölner Grüngürtel und ihre verbindenden Radialen.

Dieses Grünsystem ist ein ausgesprochen visionäres System im Hinblick auf die Durchlüftung der Stadt, als ökologische Klimaanlage und schnell erreichbares Grün für alle Bürger. Nach seinem Vorbild entsteht gerade in der Mongolei ein Grüngürtel-System in der neuen Millionenstadt Maidar-Eco-City durch den Kölner Architekten Stefan Schmitz. Die Stadtverwaltung der Stadt Chengdu in Zentralchina reagiert auf dramatische Luftverschmutzung mit der Anlage von zwei Grüngürteln mit Radialen.

Auch Köln hat Probleme mit belasteter Luft. So werden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid in vielen Stadtgebieten wiederholt nicht eingehalten, was zu einer Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen das Regierungspräsidium Köln geführt hat. Der Schutz des Kölner Stadtgrüns sollte daher oberste Priorität haben. In der Landesstudie „Klimawandelgerechte Metropole Köln“ von 2013 heißt es, dass das Kölner – in den 1920er Jahren konzipierte und einzigartige – Grünsystem wichtige klimatische und ökologische Funktionen erfüllt und daher das oberste Ziel der Stadtplanung dessen Erhalt und Ausbau sein muss. Auch der Kölner Baudezernent Franz-Josef Höing spricht sich für Gespräche über die „Weiterentwicklung des schon heute spektakulären grünen Netzes“ Kölns aus. In den Parteiprogrammen aller großen Parteien wird daher zu Recht die Einzigartigkeit und Unbebaubarkeit der Kölner Grüngürtel propagiert. Mit der „Charta Grüngürtel“ beschloss 2013 der Rat der Stadt Köln bereits den Schutz des Inneren und Äußeren Grüngürtels sowie seiner verbindenden Radialen.

Wir, die Unterzeichner dieses Briefes, können uns nicht erklären, wie auf dieser Grundlage aktuell an unterschiedlichen Stellen der Stadt mehr als 350.000 qm dieses Grünsystems durch Versiegelung, Bebauung und Privatisierung bedroht sein können. So werden für den Wohnungsbau Denkmal- und Landschaftsschutz-Flächen im Nördlichen Inneren Grüngürtel, an der Pferderennbahn, aber auch kleinere klimarelevante Parks und Grünflächen sondiert. Ebenfalls im Inneren Grüngürtel sollen in Ehrenfeld u.a. denkmalgeschütze Alleen aus der Gründungszeit des Grüngürtels Hochbauten und Parkplatzflächen weichen. Außerdem gefährden zahlreiche Bauprojekte entlang des Äußeren Grüngürtels die ökologische Dienstleistung des regionalen Grünzuges und setzen versiegelte Barrieren in das Kölner Grünsystem.

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, wir appellieren eindringlich an Sie: Setzen sie sich für den Erhalt der historischen und klimarelevanten Grünflächen in Köln ein.

Im Stadtentwicklungsausschuss wird vorbereitend für den Rat über viele dieser Grünflächen beraten. Machen Sie sich im Vorfeld für die zur Diskussion stehenden Flächen stark. Für die Zukunft bitten wir Sie: Sorgen Sie für das Erarbeiten von plakativem Planmaterial, das sowohl für Bürger, als auch für Politik und Verwaltung alle klimarelevanten und historischen Grünflächen ausweist und besonders schützt.

Machen Sie das Kölner Grünsystem und damit Adenauers Erbe zum unantastbaren Stadtkulturerbe.



Mit freundlichen Grüßen,

die Unterzeichner

Zeichner

40 Unterzeichner

Deutsche Umwelthilfe e.V.
Sascha Müller-Kreanner, Bundesgeschäftsführer
Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e.V., Arbeitskreis Historische Gärten
Jochen Martz, 1. Vorsitzender
NABU NRW
Prof. Dr. Anna von Mikecz, Sprecherin für Ökotoxikologie
BUND NRW e.V.
Holger Sticht, Landesvorsitzender
Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e.V., Zweig NRW
Dorothée Waechter, Sprecherin
BI GRÜNE LUNGE KÖLN
Barbara Burg, Sprecherin der Bürgerinitiative
Rheinischer Verein für Denkmalpfege und Landschaftsschutz e.V.,
Regionalverband Köln

Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, Vorsitzende
Fortis Colonia e.V.
Konrad Adenauer, Vorsitzender
Familie Encke, Nachfahren des Gartenbaudirektors Fritz Encke
Nadja Encke, Dr. Dag Encke, Kirsten Encke, Björn Encke, Karin-Bettina Encke, Walther Lehnert, Sophie Lehnert
Deutscher Werkbund NW
Ute Becker
NABU Stadtverband Köln
Jakob Risch, Referent für Politik und Verwaltung
BUND NRW e.V., Kreisgruppe Köln
Gabriele Falk, Mitglied des Vorstands
Radkomm e.V. Forum Kölner Radverkehr
Harald Schuster, Vorstand
ADFC Köln e.V.
Joachim Schalke, 1. Vorsitzender
Kreisverband Kölner Gartenfreunde e.V.
Armin Wirth, Vorsitzender
Initiative Stadtoasen Köln
Dr. Henriette Meynen
Freundes- und Förderkreis zur Vollendung des
Äußeren Grüngürtels, Landschaftspark Belvedere

Roland Schüler
Förderverein Freiluga e.V.
Angelika Burauen
CARLsGARTEN
Melanie Kretschmann, Leitung
VHS-Arbeitskreis Biogarten Thurner Hof
Birgit Scherer-Bouharroun
„Das gute Leben im Veedel“ mit dem Magazin VEEDELFUNKER
Dunja Karabaic
BI GRÜNE LUNGE RENNBAHN e.V.
Regina Bechberger, 1.Vorsitzende der Bürgerinitiative
BI GRÜNGÜRTEL FÜR ALLE
Friedmund Skorzenski, Vorstand der Bürgerinitiative
BI JOHANNES-GIESBERTS-PARK
Michael Brückner, Sprecher der Bürgerinitiative
BIG Junkersdorf e.V.
Astrid Franzen, 1. Sprecherin
BIG WEIDEN e.V.
Elisabeth M. Spiegel, Vorsitzende
BI INNERGRÜN EHRENFELD
Rainer Kiel, Sprecher der Bürgerinitiative
STOPPT den GÜRTEL
Dr. Peter Redlich, Sprecher der Bürgerinitiative
Bürgerverein Köln-Müngersdorf e.V.
Hildegard Jahn-Schnelle
Anwohner-Initiative Colonia ELF
Andreas Wulf, Sprecher
IG Künstler für Bickendorf
Sonja Zens, Schriftführerin
IMMUN – Initiative Müngersdorf Mensch-Umwelt-Natur
Dorothea M. Schwab, Sprecherin
Kölner Neuland e.V.
Dorothea Hohengarten, Vorstand
Querbeet e.V. – Kölner Ehrenamts-Preis 2016
Yana Yo, Organisatorin
BÜRGER für BÄUME
Harald von der Stein, Gründer und Sprecher
BI Bäume in BiOs
Michael Schmitz, Sprecher der Bürgerinitiative
BiK - Baumschutz in Köln
Judith Langer
RhEWe Baumschutz Rheinufer Ensen Westhoven
Martina Boxberg, Initiatorin
NABIS e.V.
Ottmar Lattorf, 1. Vorsitzender
DIE GRÜNE STADT, Düsseldorf
Peter Menke, Vorstand der Stiftung

Statements

Statements der Zeichner

"Das Kölner Grünsystem stellt durch seine vorbildliche Konzeption wichtige Grundlagen bereit, um Köln auch in Zukunft als attraktive und lebenswerte Stadt zu erhalten und weiterzuentwickeln.Es trägt maßgeblich zur Frischluftversorgung der...
"Das Kölner Grünsystem stellt durch seine vorbildliche Konzeption wichtige Grundlagen bereit, um Köln auch in Zukunft als attraktive und lebenswerte Stadt zu erhalten und weiterzuentwickeln. Es trägt maßgeblich zur Frischluftversorgung der Millionenmetropole Köln bei.

Dass Köln ein Problem mit schadstoffbelasteter Luft hat, dürfte spätestens seit unserer Klage wegen Überschreitung der Grenzwerte von Stickstoffdioxid gegen das Regierungspräsidium Köln auch unter lokalen Politikern bekannt sein. Außerdem leisten die beiden Grüngürtel mit ihren Radialen einen wichtigen Beitrag zur Regulation des Stadtklimas. Sie sind ein wichtiges Lebensraumnetz für zahlreiche heimische Tiere und Pflanzen und stellen nicht zuletzt auch zahlreiche Orte bereit, die Kindern, Jugendlichen undErwachsenen wohnungsnah die Möglichkeit für Naturerleben, Freizeitgestaltung und Erholung bieten.

Während andere Städte den Wert solcher Standortfaktoren längst erkannt haben, ist Köln gerade dabei, seine einzigartigen Voraussetzungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung kurzfristigen politischen Interessen zu opfern. Nicht nur in Anbetracht des Klimawandels halten wir dies für unverantwortlich und schließen uns der Forderung nach dem Erhalt des Kölner Grünsystems in seiner heutigen Form und Ausdehnung deshalb selbstverständlich an."
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Sascha Müller-Kraenner,
Bundesgeschäftsführer Deutsche Umwelthilfe e.V.
"Das Kölner Grünsystem ist das Erbe meines Großvaters. Wenn man die Bürger Kölns fragt, welches das wichtigste Werk meines Großvaters für Köln war, so lautet die Antwort immer: „Der Grüngürtel" und gemeint ist das Kölner Grünsystem, bestehend aus dem Inneren...
Das Kölner Grünsystem ist das Erbe meines Großvaters. Wenn man die Bürger Kölns fragt, welches das wichtigste Werk meines Großvaters für Köln war, so lautet die Antwort immer: „Der Grüngürtel" und gemeint ist das Kölner Grünsystem, bestehend aus dem Inneren und dem Äußeren Grüngürtel und den verbindenden Grünzügen. Mein Großvater hätte große Freude zu sehen, wie intensiv sein Werk von den Kölner Bürgern genutzt und geliebt wird. Da Köln über weniger Grün verfügt als vergleichbare Großstädte, müssen wir alles daran setzten, das Erbe meines Großvaters zu erhalten, zu pflegen und auszubauen.“
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Konrad Adenauer
Vorsitzender Fortis Colonia e.V.
Innerer sowie äußerer Grüngürtel erfüllen wichtige Funktionen für die Großstadt Köln: Lebensraum für Flora und Fauna, Biotopvernetzung, vielfältige ökosystemare Leistungen, Naherholung. Die Liste ließe sich sicher...

„Innerer sowie äußerer Grüngürtel erfüllen wichtige Funktionen für die Großstadt Köln: Lebensraum für Flora und Fauna, Biotopvernetzung, vielfältige ökosystemare Leistungen, Naherholung. Die Liste ließe sich sicher noch fortführen.

Die Bebauung der Grüngürtel in jedweder Form verbietet sich schon aus Gründen des Schutzes in Köln lebender Menschen. Verfügbarkeit von Wohnraum und gewerblichen Flächen stehen bei den städtebaulichen Planungen der Stadt im Vordergrund. Um aber ein gesundes Wohnen zu gewährleisten, sind auch grüne Freiflächen von besonderer Bedeutung.

Gerade die jüngsten Skandale rund um die Schadstoff-Belastungen in deutschen Städten zeigen die Wichtigkeit der Kölner Grünanlagen. Sie sind für viele Kölner die einzige Möglichkeit, in Wohnortnähe für eine kurze Zeit des Tages den Giftbelastungen zu entfliehen. Daher ist der Sicherung dieser Flächen zur freien Nutzung durch eine wachsende Bevölkerungszahl als zentraler Bestandteil der gesundheitlichen Daseinsvorsorge absoluter Vorrang vor allen anderen Interessen zu geben.“

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Gabriele Falk
BUND, Kreisgruppe Köln
Bereits seit Inkrafttreten der Landesverfassung NRW im Jahr 1950 heißt es dort in Artikel 29, dass das Kleingartenwesen zu fördern ist. Als einziges Bundesland hat NRW eine solche Förderung in seiner Verfassung. Dem Kleingartenwesen kommt damit ein besonderer...
"Bereits seit Inkrafttreten der Landesverfassung NRW im Jahr 1950 heißt es dort in Artikel 29, dass das Kleingartenwesen zu fördern ist. Als einziges Bundesland hat NRW eine solche Förderung in seiner Verfassung. Dem Kleingartenwesen kommt damit ein besonderer Stellenwert zu, der bei allen Bauvorhaben zu berücksichtigen ist. Dies gilt insbesondere für die hsitorischen Kleingärten, die in den 1920er Jahren unter Konrad Adenauer entstanden sind. Als Teil des Öffentlichen Grüns partizipieren nicht nur die über 13.000 Kleingärtner und deren Familien von den kleinen Gärten, sondern auch alle anderen erholungssuchenden Bürger der Stadt. Dies gilt es zu bewahren und zu verteidigen!"
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Armin Wirth, Vorsitzender
Kreisverband Kölner Gartenfreunde e.V.
"Derzeit bilden die Kölner Grüngürtel sowie deren Radialen aufgrund ihrer Ausdehnung und vorbildlichen Anlage als urbanes Grünsystem einen regionalen Grünzug mit überregionaler Bedeutung. Hier vernetzen sich ein Naturschutz- und zahlreiche...
"Derzeit bilden die Kölner Grüngürtel sowie deren Radialen aufgrund ihrer Ausdehnung und vorbildlichen Anlage als urbanes Grünsystem einen regionalen Grünzug mit überregionaler Bedeutung. Hier vernetzen sich ein Naturschutz- und zahlreiche Landschaftsschutzgebiete, die sich durch einen Wechsel von Wäldern, Alleen, Gärten, offenen Wiesen und Weihern auszeichnen.

Dieses Stadtgrün erbringt im Ballungsraum Köln überlebenswichtige Ökosystem-Leistungen wie Bodenbildung, Immissionsschutz und Regulierung des Stadtklimas. Grüne Korridore arbeiten als unsere ökologische Klimaanlage.

Für den Klimawandel und gegen Emissionen wie Feinstaub oder Stickoxide muss diese Klimaanlage stark gemacht werden, d.h. durch eine Erweiterung der Grüngürtel, der Radialen und deren Vernetzung zum überregionalen Grünsystem.

Die fortschreitende Fragmentierung des Grünsystems durch Bebauung setzt demgegenüber versiegelte und beleuchtete Barrieren und wird vom NABU abgelehnt.“
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Prof. Dr. Anna von Mikecz,
Sprecherin für Ökotoxikologie des NABU NRW
„Der Regionalverband des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, dessen Vorsitzende ich bin, sieht die Notwendigkeit, in Köln möglichst viele Wohnungen zu schaffen. Dabei werden sicher auch einzelne Gärten und Wiesen...
„Der Regionalverband des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, dessen Vorsitzende ich bin, sieht die Notwendigkeit, in Köln möglichst viele Wohnungen zu schaffen. Dabei werden sicher auch einzelne Gärten und Wiesen bebaut werden müssen. Davon sollten aber auf jeden Fall diejenigen Flächen ausgenommen werden müssen, die unter Landschaftsschutz stehen; sie sind für den Rheinischen Verein besonders schützenswert. In gleicher Weise dürfen diese wesentlichen Teile dieses Kölner Grüns, der Innere und Äußere Grüngürtel und einzelne Teile der Radialen, die unter Denkmalschutz stehen, in keinem Fall angetastet werden. Um dies zu unterstreichen habe ich den offenen Brief unterzeichnet.“
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Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, Vorsitzende des Regionalverbandes Köln beim RVDL
„Köln besitzt nicht nur den Dom und die romanischen Kirchen, sondern auch die das Stadtbild strukturierenden Grüngürtel. Diese Grünbereiche bilden eine Einheit mit den Radialen und alle zusammen das Kölner Grünsystem. Wie die Kirchen...
„Köln besitzt nicht nur den Dom und die romanischen Kirchen, sondern auch die das Stadtbild strukturierenden Grüngürtel. Diese Grünbereiche bilden eine Einheit mit den Radialen und alle zusammen das Kölner Grünsystem. Wie die Kirchen gehört dieses Grünnetz zu den weltweit einzigartigen und weltbekannten Charakteristika der Stadt Köln.

Da ich bereits in den 1970er Jahren von der Fritz Thyssen Stiftung den Forschungsauftrag erhielt, diese schon damals gefährdeten Grüngürtel zu erfassen, weiß ich seit meiner Ausarbeitung über dieses grüne Netz um dessen außerordentlich bedeutenden Wert. Als langjährige stellvertretende Stadtkonservatorin möchte ich zudem die Gestaltungsqualitäten dieser Grünbereiche nicht unerwähnt lassen. Historische, künstlerische und städtebauliche Argumente liegen dafür vor. Die Planung und der von Anfang an vorgesehene weite Umfang kennzeichnet die Gestalt dieses ungewöhnlichen, die Stadt bis zum Stadtkern belüftenden Grüns. Gerade diese Weiträumigkeit der Anlage birgt die Gefahr in sich, Teile zu entfremden und somit die Besonderheit der Kölner grünen Stadtgliederung nicht nur zu beeinträchtigen und zu schmälern, sondern schließlich zu zerstören.

Mit meiner Unterzeichnung möchte ich darauf hinweisen, das Grünsystem als Ganzes zu bewahren, nicht auch nur Teilbereiche umzunutzen und damit das Kölner Grün, das einmalige Geschenk an die Kölner Bevölkerung während der 1920er Jahre zu vernichten.“
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Dr. Henriette Meynen, Initiative Stadtoasen Köln
„Im April haben über 100 Kölner Bürgerinnen und Bürger auf der Gründungsveranstaltung der Bürgerinitiative GRÜNE LUNGE KÖLN das Anliegen der Stadt, landschafts- und denkmalgeschützte Kleingarten-Flächen im Inneren Grüngürtel...
„Im April haben über 100 Kölner Bürgerinnen und Bürger auf der Gründungsveranstaltung der Bürgerinitiative GRÜNE LUNGE KÖLN das Anliegen der Stadt, landschafts- und denkmalgeschützte Kleingarten-Flächen im Inneren Grüngürtel für den Wohnungsbau zu sondieren, als Tabubruch empfunden. Die daraufhin gestartete Petition zur Rettung des Inneren Grüngürtels hat bis heute über 20.200 Unterschriften generiert. Schnell wurde klar: Die GRÜNE LUNGE KÖLN ist nur eine der betroffenen Initiativen, der Nördliche Innere Grüngürtel nur eine der bedrohten Flächen im Kölner Grünsystem. Es herrscht große Sorge bei Experten und Bürgern. Dem Offenen Brief an die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln haben sich mittlerweile 40 Verbände, Vereine und Initiativen angeschlossen, hinter denen mehr als 160.000 Mitglieder und Unterstützer stehen. Die Zeichner möchten ein stärkeres Bewusstsein schaffen für das visionäre Kölner Grünsystem und einen besonderen Schutz erreichen. Hierzu soll ein interdisziplinärer Kölner GrünDialog angestoßen werden.“
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Barbara Burg
Sprecherin der Bürgerinitiative GRÜNE LUNGE KÖLN
„Die Vision von Fritz Encke war, der Großstadtbevölkerung zur Erbauung, zur Erhaltung ihrer Gesundheit und zu ihrer Belehrung ohne Ansehen ihres sozialen Standes in fußläufiger Entfernung Zugang zur Natur zu gewähren. Angesichts der...
„Die Vision von Fritz Encke war, der Großstadtbevölkerung zur Erbauung, zur Erhaltung ihrer Gesundheit und zu ihrer Belehrung ohne Ansehen ihres sozialen Standes in fußläufiger Entfernung Zugang zur Natur zu gewähren. Angesichts der zunehmenden Bebauung und der Ausweitung der Städte nimmt die Notwendigkeit, bestehende Grünflächen zu erhalten und weitere unbefestigte und unbebaute Grünanlagen zu schaffen, erheblich zu. Besonders Kinder und ältere Menschen sind darauf angewiesen, in erreichbarer Nähe ihrer Wohnungen Waldungen, Wiesen, Gärten und Parkanlagen vorzufinden.“
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Familie Encke, Nachfahren des Gartenbaudirektors Fritz Encke
Nadja Encke, Dr. Dag Encke, Kirsten Encke, Björn Encke, Karin-Bettina Encke, Walther Lehnert, Sophie Lehnert
„Die Bürgerinitiative „Grüngürtel für Alle“, die sich mit mehr als 18.000 Unterstützern dagegen wehrt, dass dem Begehren des 1. FC Köln stattgegeben wird, im denkmal- und landschaftsgeschützten Grüngürtel ein riesiges Leistungszentrum...
„Die Bürgerinitiative „Grüngürtel für Alle“, die sich mit mehr als 18.000 Unterstützern dagegen wehrt, dass dem Begehren des 1. FC Köln stattgegeben wird, im denkmal- und landschaftsgeschützten Grüngürtel ein riesiges Leistungszentrum und drei eingezäunte Kunstrasenplätze mit Flutlichtanlagen neben dem Geißbockheim zu bauen, unterstützt den Offenen Brief, weil genau solche Bauprojekte im Grüngürtel dauerhaft verhindert werden müssen. Das Adenauersche Grüngürtelsystem stellt ein unschätzbar wertvolles kulturelles Erbe dar. Es ist weltweit bekannt. Es wurde der Kölner Bevölkerung in den 1920 er Jahren von einer überaus weitsichtigen Politik geschenkt: zur freien und frei zugänglichen Volkserholung für die Allgemeinheit, als dauerhaft unverzichtbare grüne Lunge für die Gesundheit ihrer Bürger, zur Durchlüftung der Stadt. Es muss in seiner Ganzheit dauerhaft respektiert und bewahrt werden.

Dieses Jahrhundertwerk darf daher weder unter Druck bei kurzfristig eintretenden politischen Herausforderungen und auch nicht auf Druck von Privaten angetastet und zur beliebigen Verfügungsmasse werden. Dazu muss sich die Stadt Köln zum Wohle ihrer Bürgerinnen und Bürger verpflichten.“
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Friedmund Skorzenski
Vorstand der Bürgerinitiative Grüngürtel für Alle
„Wir haben im Kölner Westen mit dem Landschaftspark Belvedere den Äußeren Grüngürtel um 300ha erweitert. Wir können es nicht hinnehmen, dass an anderer Stelle das Grün in Köln zerstört wird. Mit besseren Konzepten an heute schon...
„Wir haben im Kölner Westen mit dem Landschaftspark Belvedere den Äußeren Grüngürtel um 300ha erweitert. Wir können es nicht hinnehmen, dass an anderer Stelle das Grün in Köln zerstört wird. Mit besseren Konzepten an heute schon versiegelten Flächen können Wohnungsbau und die notwendige Infrastruktur ermöglicht werden. Die vorhandenen geschützten Grünflächen, egal ob groß oder klein, und die seit Jahren geplanten Grünflächen (wie Grünzug West) sind für alle Kölnerinnen und Kölner, für unsere BesucherInnen und fürs Klima bedeutsam.“
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Roland Schüler
Freundes- und Förderkreis Äußerer Grüngürtel Landschaftspark Belvedere
„Initiiert vom damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer geht die Konzeption der Kölner Grüngürtel auf den genialen Stadtplaner und Werkbund-Mitbegründer Fritz Schumacher zurück. Die Grundzüge der Ausgestaltung...
„Initiiert vom damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer geht die Konzeption der Kölner Grüngürtel auf den genialen Stadtplaner und Werkbund-Mitbegründer Fritz Schumacher zurück. Die Grundzüge der Ausgestaltung wurden von dem sozialreformerischen Kölner Gartendirektor Fritz Encke konzipiert. Diesen großen Persönlichkeiten verdankt Köln sein einmaliges Grünsystem. Sie haben schon frühzeitig die heute unverändert aktuellen Aspekte des Stadtklimas und der sozialen Bedeutung von öffentlichen Grünanlagen bedacht. Diese Werte gilt es nun für alle Kölner zu erhalten.“
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Ute Becker
Deutscher Werkbund NW
„Die Bürgerinteressengemeinschaft Junkersdorf e.V. setzt sich seit mehr als 30 Jahren gegen jegliche Bebauung im Kölner Grüngürtel und im Grünzug West ein. Der Grüngürtel, ein Geschenk Konrad Adenauers an die Kölner Bevölkerung...
„Die Bürgerinteressengemeinschaft Junkersdorf e.V. setzt sich seit mehr als 30 Jahren gegen jegliche Bebauung im Kölner Grüngürtel und im Grünzug West ein. Der Grüngürtel, ein Geschenk Konrad Adenauers an die Kölner Bevölkerung, ist als kulturelles Erbe und „Grüne Lunge“ unverzichtbar und unantastbar! Der sich daran anschließende Grünzug West ist seit Jahrzehnten als Ausgleich zur massiven Belastung der umliegenden Gewerbegebiete, als Frischluftschneise und Naherholungs-Möglichkeit für die umliegende verdichtete Wohnbebauung geschaffen worden. Aus dem 2. Klimawandelbericht des Landesumweltamtes geht eindeutig hervor, dass die Folgen des Klimawandels in NRW immer stärker spürbar werden. Vor diesem Hintergrund ist eine Vernichtung von Grünfl.chen ein Frevel gegen die zukünftige Daseinsvorsorge!“
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Astrid Franzen
Bürgerinteressengemeinschaft Junkersdorf e.V.
„Mein Arzt, der Baum: Nach aktuellem Stand der Wissenschaft tragen Aufenthalte im Wald oder im Grünen zur körperlichen Erholung und Regeneration, zur Stärkung der Immunabwehr und zur Verbesserung der Schlafqualität...
"Mein Arzt, der Baum: Nach aktuellem Stand der Wissenschaft tragen Aufenthalte im Wald oder im Grünen zur körperlichen Erholung und Regeneration, zur Stärkung der Immunabwehr und zur Verbesserung der Schlafqualität bei.

Die Ergebnisse von weltweiten Studien sind frappierend: die Stressminderung schon nach wenigen Minuten im Wald oder im Grünen drückt sich durch die Senkung von Puls, Blutdruck und Muskelspannung aus, gleichzeitig verringert sich der Ausstoß des Stresshormons Kortisol, während die Stimmungshormone Serotonin und Dopamin vermehrt ausgeschüttet werden. Eine japanische Studie konnte kürzlich zeigen, dass der Abfall des Stresshormons Kortisol bei einem Spaziergang in bewaldeter Landschaft 16 % stärker ist als bei einer Runde durch eine städtische Umgebung.

1984 zeigte eine Studie, dass Patienten in Krankenhauszimmern mit Blick ins Grüne schneller genesen als Leidensgenossen, durch deren Fenster grauer Beton zu sehen ist.

Welche Dosis vom Therapeutikum Wald braucht es, um eine erste Wirkung zu spüren? Allein ein fünfminütiger visueller Kontakt mit Bäumen kann Blutdruck und Muskelspannung nachweislich senken, so der derzeitige Stand der Forschung. Wer also auf natürliche Art vorbeugen will, sollte lieber regelmäßig statt ausgiebig ins Grüne gehen, also lieber jeden Tag in den Park um die Ecke, als am Wochenende raus aufs Land fahren.

So können wir nur hoffen, dass die Stadt Köln mit ihrer Wohnungsbauoffensive nicht all die kleinen Parks und Grünflächen "um die Ecke" vernichtet, so dass wir Kölner/innen auch in Zukunft ohne große Mühe unsere Gesundheit und Lebensqualität erhalten können."

Fakten entnommen aus "Deutsches Ärzteblatt"
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Regina Bechberger
1. Vorsitzende GRÜNE LUNGE RENNBAHN e.V.
"Der Grüngürtel und seine Ausleger sind die Lunge unserer Stadt, Erholungsräume, Freizeitflächen für die gesamte Bevölkerung, Sport- und Spielflächen für alle Kinder, sichere Verbindungswege für Radfahrer/innen...
"Der Grüngürtel und seine Ausleger sind die Lunge unserer Stadt, Erholungsräume, Freizeitflächen für die gesamte Bevölkerung, Sport- und Spielflächen für alle Kinder, sichere Verbindungswege für Radfahrer/innen, und, und, und.

Durch den Stadtbezirk Nippes läuft eine der historischen Grünradialen von Fritz Schumacher. Ausgehend vom Fort X im Agnesviertel sind Innerer und Äußerer Grüngürtel hier durch ein Band von Parkanlagen, z.B dem Nordpark und der Pferderennbahn miteinander verbunden. Mit dem Ausbau des Gürtels als Ringstraße von Mauenheim bis Mülheim wollen politische Kräfte immer noch diese Grünradiale durchtrennen und das Grün an der Gürteltrasse und den gesamten Nordpark opfern, um mit Konzepten von vorvorgestern dem Autoverkehr den Vorrang zu geben.

Wir sollten aber auf die fortschrittlichen Stadtentwickler europäischer Großstädte hören. Das heißt Erhalt des Grüngürtels, groß denken beim notwendigen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, Verkehrsberuhigung in besonders belasteten Stadtteilen (wie z.B. Mauenheim, Weidenpesch, Nippes und Ehrenfeld), Investitionen in ein sicheres Radwegenetz und Reduzierung des Autoverkehrs im innerstädtischen Bereich auf das notwendige Maß. Eine jünger werdende und aufstrebende Stadt wie Köln braucht Natur im Stadtgebiet. Den Sünden der Vergangenheit wollen wir die Visionen einer lebenswerteren Großstadt entgegen setzen, in der zusammenhängende Grünflächen nicht durch Autotrassen zerstört werden."
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Günter Isemeyer
Bürgerinitiative Stoppt den Gürtel
"Dass Köln als wachsende Stadt nicht nach außen sondern durch Innenverdichtung wachsen will, ist gut im Sinne des Bundesziels, die Flächenversiegelung zu reduzieren. Aber auf Kosten von fußläufig erreichbaren Grünflächen, die...
"Dass Köln als wachsende Stadt nicht nach außen sondern durch Innenverdichtung wachsen will, ist gut im Sinne des Bundesziels, die Flächenversiegelung zu reduzieren. Aber auf Kosten von fußläufig erreichbaren Grünflächen, die zudem als Lebensräume für Tiere und Pflanzen wertvolle Naturerfahrungsräume geworden sind, darf das nicht geschehen. Freiräume, insbesondere Grün- und Wasserflächen, sind in allen Städten notwendig als Gegenpol zu dem, was Stadt ausmacht: Dichte, Lärm, Versiegelung. Wir plädieren sehr für maßvolle Nachverdichtung und Erhalt der stadtbildprägenden Grünflächen Kölns."
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Peter Menke
Vorstand der Stiftung DIE GRÜNE STADT

Hintergrund

Hintergrundinformationen

"Köln ist eine wachsende Stadt." Vor diesem Hintergrund sondiert das Amt für Stadtentwicklung neue Flächen für den Wohnungsbau. Ins Visier dieser Prüfung ist unter anderem die unter Denkmal- und Landschaftsschutz stehende Kleingarten-Anlage Flora e.V. von 1922 im nördlichen Inneren Grüngürtel geraten.

Die daraufhin gegründete Bürgerinitiative GRÜNE LUNGE KÖLN setzt sich seit April 2016 für den Erhalt der Gartenanlage in ihrer historischen Dimension ein. Schnell wurde dabei deutlich, dass der Innere Grüngürtel nur eine der klimarelevanten und historischen Kölner Grünflächen ist, die bedroht sind.

Die GRÜNE LUNGE KÖLN initiierte daraufhin den Offenen Brief, dessen Ziel ein Konsens-Netzwerk ist, um sich mit Nachdruck für den besonderen Schutz des visionären, durch den Oberbürgermeister Konrad Adenauer in den 1920er Jahren geschaffenen, Kölner Grünsystems einzusetzen. Hierzu soll ein interdisziplinärer Dialog angestoßen werden.

Kontakt

Foto
Todd Klassy / www.shutterstock.com

Coding & Scripting
Leonard Burg für Palladium Publishing, Köln

Angaben gemäß § 5 TMG:

BI Grüne Lunge Köln

Barbara Burg
Sprecherin der Bürgerinitiative

Blumenthalstraße 19
50670 Köln

Telefon: +49 (0) 221 9541423
Email: info@gruensystem.koeln

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